Muskelkater: Ursache, Behandlung und Vorbeugung

Wir alle kennen den Muskelschmerz, der sich nach ungewohnten oder besonders anspruchsvollen körperlichen Aktivitäten bemerkbar macht. Muskelkater ist zwar unangenehm, aber keinesfalls gesundheitsschädlich. Wie die Schmerzen entstehen, was die Beschwerden lindert und wie Sie einen Muskelkater künftig vermeiden, lesen Sie hier.

Was bei einem Muskelkater passiert

Lange vermuteten Wissenschaftler, ein Muskelkater entstünde, wenn die Muskeln übersäuern. Das stimmt aber nicht. Vielmehr sind ungewohnte Bewegungen – wie starke Abbremsbewegungen – daran schuld, dass sich der arbeitende Muskel stark dehnt. Diese Strapaze verursacht wiederum haarfeine Mikrorisse, durch die Wasser in die Muskelfasern eindringen kann. So entstehen Wasseransammlungen (Ödeme), die dazu führen, dass die Muskelfaser anschwillt und sich dehnt. Genau diese Dehnung verursacht bei uns den typischen Muskelkaterschmerz. Dieser Vorgang dauert einige Stunden, was auch erklärt, weshalb wir meist erst am nächsten Tag die Schmerzen verspüren.

Häufig entwickeln untrainierte Menschen einen Muskelkater, wenn sie Sportarten ausüben, die viele Abbremsbewegungen erfordern. Das trifft auf Tennis, Fußball oder Squash zu, weniger auf Joggen, da hier die Bewegungen deutlich gleichförmiger ablaufen.

Aber auch Extremsportler können unter einem Muskelkater leiden, obgleich der Grund ein anderer ist: Marathonläufer etwa belasten ihre Muskeln sehr lange und intensiv, was gelegentlich zu Entzündungsreaktionen führen kann, die schließlich Schmerzen auslösen.

Folgende Symptome deuten auf einen Muskelkater hin:

  • Bewegungen der betroffenen Partien sind unangenehm
  • Die Muskeln sind hart, druckempfindlich und kribbeln
  • Die Kraft der Muskeln ist herabgesetzt

Wie Sie einen Muskelkater behandeln können

Ein Muskelkater heilt in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst aus. Wenn Sie die schmerzhafte Phase verkürzen wollen, tun Sie Ihren Muskeln etwas Gutes, indem Sie keinen Sport treiben. Können Sie partout nicht darauf verzichten, ist es ratsam, zumindest auf weniger anstrengende Sportarten wie Radfahren oder Walking umzusteigen.

Zusätzlich ist Wärme ein wirksames Mittel gegen Muskelkater. Ein Saunabesuch sorgt für eine bessere Durchblutung und mindert die Schmerzen. Den gleichen Effekt erzielen warme Bäder: Sie entspannen nicht nur die Muskeln, Badezusätze aus Rosmarin oder Fichtennadel wirken auch durchblutungsfördernd.

Wer die Schmerzen schlecht erträgt, kann leichte Schmerzmittel einnehmen. Sie bekämpfen allerdings nicht den Muskelkater an sich, sondern unterdrücken das Leiden lediglich für einen gewissen Zeitraum. Was bei einem Muskelkater nicht hilft, sind Massagen. Im Gegenteil: Unter Umständen vergrößert diese gut gewollte Maßnahme die Muskelrisse, was zu einer noch längeren Abheilungsphase führen kann. Eine sanfte passive Dehnung hingegen kann dem Bewegungsschmerz entgegenwirken.

Wie Sie Muskelkater vorbeugen können

Dehnübungen vor dem Sport können Muskelkater nicht vorbeugen. Sinnvoll sind solche Übungen dennoch, da sie das Risiko für Muskelzerrungen reduzieren. Verhindern können Sie in erster Linie einen Muskelkater, indem Sie Ihren Körper langsam an neue Bewegungsmuster heranführen. Zu vermeiden sind zu rasche Trainingssteigerungen. Der falsche Ehrgeiz führt nur zu Muskelschmerzen, was wiederum Trainingsausfälle mit sich zieht. Falls Sie Läufer sind, vergessen Sie nicht Ihr Cool Down am Ende einer jeden Jogging-Runde, das bereitet Ihren Körper auf die bevorstehende Regenerationsphase vor.

Die Reparatur-Arbeiten Ihres Organismus während der Regenerationsphase können Sie durch eine gesunde, magnesium- und ballaststoffreiche Ernährung unterstützen. Achten Sie zudem auf eine ausreichende Zufuhr von Kohlenhydraten, Eiweiß und reichlich Flüssigkeit.

Muskelkater: Wann Sie zum Arzt müssen

Im Normalfall müssen Sie mit einem Muskelkater keinen Arzt aufsuchen. Es gibt jedoch Ausnahmen: Zum Beispiel wenn Sie sich den Muskelkater nicht erklären können, also definitiv Ihre Muskeln nicht besonders stark belastet haben. Gleiches gilt, wenn die Schmerzen nach einer Woche noch immer nicht verschwunden sind. Grund für die ungewöhnlichen oder anhaltenden Schmerzen kann beispielsweise die Nebenwirkung eines Medikaments oder eine Muskelverletzung sein.

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